Was ist Phytotherapie?
Am Beispiel der Frauenheilkunde
Gegen alles ist ein Kraut gewachsen. Diesen Spruch kennst Du vielleicht.
Früher war es üblich, mit Pflanzen ganz natürlich die täglichen Wehwehchen zu behandeln.
Vielleicht erinnerst Du dich auch noch an die mehr oder weniger übelriechenden Umschläge, die dir deine Oma auf das angeschlagene Knie gelegt hat, oder den fies schmeckenden Saft, den Du bekommen hast, wenn Du Bauchschmerzen hattest.
All das war nicht dazu gedacht dich zu ärgern, sondern es waren alte pflanzliche Heilmittel, die über viele Jahrzehnte überliefert wurden und leider in der heutigen Zeit etwas in Vergessenheit geraten sind.
Mit Phytotherapie meint man die Pflanzenheilkunde, also das was um uns herum wächst und unsere Gesundheit fördern, unterstützen und verbessern kann.
Phytotherapie kann in ganz unterschiedlichen Arten angewendet werden.
- Du kannst die Pflanzen einfach pflücken und in den Mund stecken
- Du kannst einen Tee zubereiten, aus frischen, oder getrockneten Pflanzenteilen
- Du kannst einen kalten Ölauszug machen, dazu legst Du die Pflanzen übermehrere Wochen in Öl ein
- Oder du machst einen warmen Pflanzenölauszug indem Du die Pflanzenteile mehrere Male in Öl erwärmst
- Pflanzen kannst Du auch in Alkohol einlegen und so eine Tinktur herstellen
- auch verräuchern ist eine bewerte, alte Methode die Wirkstoffe der Pflanze dem Menschen zu Nutze zu machen
- ätherische Öle, aus Pflanzen können verdampft, oder zur Inhalation genutzt werden
- Du kannst Umschläge mit Pflanzenauszügen machen
- …
Du merkst in der Pflanzenheilkunde gibt es nahezu unendliche Möglichkeiten, wie Du dir Hilfe holen kannst.
Phytotherapie ist also die Lehre der Verwendung von Heilpflanzen als „Arzneimittel“.
Dabei werden nicht immer alle Teile einer Pflanze verwendet. Bei einigen Pflanzen ist es sogar sehr entscheidend nicht den falschen Teil zu nutzen, da er giftig, oder schädlich sein kann.
Die Substanzen, die dem Körper helfen können, sitzen in den unterschiedlichsten Teilen der Pflanze, wie z. B.:
- Blatt
- Blüte
- Wurzel
- Wurzelstock
- Stengel
- Früchten
- Samen
- Kraut (meint alles oberirdisch wachsende der Pflanze)
- Rinde
Interessant und auch faszinierend ist, dass es bei ein und derselben Pflanze unterschiedliche Wirkungen (je nach Pflanzenanteil) gibt, das macht das Arbeiten mit den Heilpflanzen nicht einfacher, aber individueller und exakter.
Tatsächlich haben Heilpflanzen, nicht im Übermaß gebraucht, wenig Nebenwirkungen, was nicht bedeutet, dass sie nicht sehr wirkungsstark sein können. Der Vorteil gegenüber chemischen, oder synthetischen Arzneimitteln ist eine große therapeutische Breite, wie oben erwähnt.
Richtig dosiert und eingesetzt gehören sie zu den effektivsten und sichersten „Medikamenten“ über die wir heute verfügen.
Hier ein paar Pflanzen und ihre phytotherapeutischen Wirkungen:
Wenn wir uns mal den Bereich der Frauenheilkunde herausnehmen, dann sind das z. B. Salbei, Frauenmantel, Schafgarbe, Mönchspfeffer, Rotklee,Traubensilberkerze.
Salbei
Er kann bei Schweißausbrüchen und Hitzewallungen in den Wechseljahren helfen, da er auf das Wärmezentrum des Körpers wirkt und die Körpertemperatur regulieren kann. Salbei, kann zum Beispiel als Tee getrunken werden.
Frauenmantel
Frauenmantel unterstützt das Hormon Progesteron, das in der zweiten Zyklushälte seinen Auftritt hat. Er ist eines der ältesten und vielseitigsten Frauenheilkräuter. In den Wechseljahren hilft die Pflanze das Hormonsystem zu regulieren, wirkt blutreinigend und stärkend, besonders auch auf die Nieren.
Schafgarbe
Die Schafgarbe ist die Pflanze der Frauengesundheit, ihre Bitterstoffe unterstützen die Leber, die eine entscheidende Rolle während der Wechseljahre spielt. Sie baut Verspannungen und Verkrampfungen ab, wirkt aber gleichzeitig sanft anregend.
Mönchspfeffer
Bei Beschwerden, wie Spannungen in der Brust, Unterleibsschmerzen, Kopfschmerzen, oder auch Völlegefühl in der Phase kurz vor der Periode, kommt gerne der Mönchspfeffer zum Einsatz. Er ist medizinisch anerkannt, zur Behandlung von Zyklusstörungen. Da die Inhaltsstoffmenge in seinen Früchten stark variiert, sollte er lieber als Fertigpräparat verwendet werden, natürlich nur unter Absprache mit einem Arzt, oder Heilpraktiker.
Rotklee
Rotklee soll hervorragend gegen Wechseljahresbeschwerden helfen, er besitzt sogenannte Phytoöstrogene, was meint, dass er eine östrogenartige Wirkung im Körper entwickelt. Man kann die Blüten, die Samen und die Sprossen verwenden, gerne auch als Garnitur auf dem Salat.
Traubensilberkerze
Auch die Traubensilberkerze enthält pflanzliches Östrogen, man sagt ihr eine gute Wirkung auf Knochen, Herz, Psyche, Scheide und Harnblase nach. Außerdem soll sie bei Schwitzen und Stimmungsschwankungen hilfreich sein.
Allgemein ist zu sagen, dass bei klassischen Hormonbehandlungen noch nicht sicher ist, dass hierbei unter Umständen eine Gefahr für die Entwicklung von Tumoren bestehen könnte.
Dies ist jedoch bei der Verwendung von Phytotherapeutika so noch nicht nachgewiesen worden. Trotzdem solltest Du nicht einfach loslegen und irgendwelche Pflanzen, oder Pflanzenpräparate einnehmen, sondern dich immer von jemanden beraten lassen, der sich damit wirklich gut auskennt.
Wenn Du gerne mehr darüber erfahren möchtest, oder vielleicht Hilfe bei einer phytotherapeutischen Behandlung suchst, dann melde Dich gerne, ich freue mich dir helfen zu können.



